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Moving on

~ Man muss immer tun, was man nicht lassen kann.

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Schlagwort-Archiv: Quentel

Neulich im Supermarkt

23 Montag Feb 2015

Posted by anette quentel in Beobachtungen, People & Places, Supermarkt

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Blog, Quentel, Supermarkt

Samstagabend, 23.30 Uhr. „Warum ich mir einen Einkauf zu nachtschlafener Zeit antue?“ Weil ich es kann, und weil ich morgen früh den Tisch voller Frühstücksgäste habe, die ich mit den zwei glücklichen Hühnereiern und dem halben Glas Mama-Marmelade im Kühlschrank auf keinen Fall satt machen kann. Also strebe ich auf meinem Heimweg nach dem Theater und einem netten Dinner zusammen mit erstaunlich vielen, zum Teil recht spärlich bekleideten jungen Menschen in den Supermarkt im Keller des MyZeil. Der Sonderstand mit den leckeren Käsecremes hat schon zusammengepackt. Der junge Mann grüßt mit einem bedauernden „Montag wieder! – Dann alles ganz frisch!“. Hmm, heute also nicht mehr frisch. Gut, dass ich nicht schon vor einer halben Stunde da war. Also rein ins Wunderland der vornehmlich luftdicht verschweißten Köstlichkeiten. Der Einkaufskorbbehälter am Eingang des Supermarkts ist leer, aber es gibt noch Einkaufswagen. Eigentlich mag ich keine Einkaufswagen, weil mit ihnen die Gefahr groß ist, dass ich mehr kaufe als ich tragen kann … aber das nur nebenbei. Am Leergutautomaten hat sich eine kleine Schlange gebildet und erschwert den Durchgang. Einige haben riesigen Taschen mit leeren Flaschen und Dosen dabei – die Ausbeute des heutigen Tages. Der/die eine oder andere könnte mal wieder eine Dusche vertragen. Ein frischrasierter Herr im Anzug, ebenfalls bepackt mit viel Plastik und Blech, macht mir den Weg frei und lächelt mir zu – irgendwie passt er nicht so recht in die Schlange. Ich gehe im Kopf meine Einkaufsliste durch. An den Obst- und Gemüseregalen ist kein Mensch zu sehen. Offenbar kauft man zu dieser Zeit nix Gesundes. Ich schnappe mir einen Beutel Saftorangen und wende mich gen Frischetheke und den nicht verschweißten Leckereien zu. Hinter dem Verkaufstresen steht eine junge Frau und gähnt – kein Wunder: Auch für sie ist es bereits halb zwölf. Sie versucht mich davon zu überzeugen, dass der vorgeschnittene Parma genauso gut und frisch ist wie der am Stück. Ich bleibe standhaft, verkneife es mir jedoch, meinem „150 Gramm bitte“ ein „Aber bitte schön dünn“ hinterzuschicken. Schön dünn werden die Scheiben trotzdem. Beim Käseabschneiden antworte ich auf ihr „So?“ schon fast automatisch: „Etwa halb so viel“. Warum ist eigentlich für professionelle Käseabschneider immer 250g die kleinste Einheit? Muss das Ergebnis eines Verkaufstrainings sein. Jetzt rüber zum Fischangebot, begleitet von der Verkäuferin, die offenbar um diese Zeit für alle offenen Lebensmittel verantwortlich ist. Die Fischsalate überzeugen mich ebenso wenig wie der Graved Lachs – stehen wohl auch schon eine Weile, aber wer braucht schon Heringssalat zum Frühstück. Und für den Lachs greife ich später ins Regal. Während ich noch mit mir ringe, ob Räuchergarnelen eine gute Idee sind oder nicht, dringt eine Jungmännerstimme in mein Ohr „Ey, Alter, auch hier! Geil – was geht?“ Sie gehört einem mittelschwer angetrunkenen Bub, der so aussieht, als dürfte er eigentlich gar nicht hier sein. Sein Kumpel, „Alter“, wirkt kaum älter. Ich entscheide mich für die Garnelen, als von rechts eine ältere Dame mit lavendelfarbenen Haaren herantrippelt und an der Käsetheke Position bezieht. Irgendwo hat sie einen Einkaufskorb ergattert. Noch während die Verkäuferin meine entschalten Schalentiere abwiegt und ich staune, wie wenig in diesem Fall 100 Gramm sind, ruft die alte Dame ein bisschen schrill: „Fräulein, sind Sie auch für Käse zuständig?“. Die junge Frau lächelt gelassen (vielleicht auch nur erschöpft) und ruft zurück „Moment Frau Peters, ich komme gleich“. Mich klärt sie auf: „Die kommt jeden Abend um diese Zeit und kauft drei Scheiben Käse für sich und 40 Gramm Kalbsleberwurst für ihre Katze Minka, die eigentlich ein Kater ist“. Da soll noch mal einer sagen, in den Supermärkten der City herrsche Anonymität. Ich ziehe weiter zum Michprodukteregal; auch hier kaum ein Kunde auszumachen. Bin mal wieder überwältigt von der Auswahl und muss mich zunächst orientieren. Wer braucht bitte sieben verschiedene Sorten „Frischkäse natur“? Während ich noch zwischen 10% und 20% Fettanteil schwanke (am Ende wird es der mit den 20%), passieren mich viele gut gelaunte Menschen mit leeren Händen und ohne Einkaufsbehältnis. Was machen die hier? Findet an den Eistruhen vielleicht eine Party statt? Da wäre ich glatt dabei. Am Joghurtregal wieder das Auswahlproblem. Neben mir steht eine geradezu kriminell schlanke junge Frau, die sich die Nährwertangaben jeder einzelnen Sorte durchliest. Ihre Wahl fällt auf fünf Becher von irgendetwas, das mit einer riesigen 0,2% beschriftet ist, bestimmt ganz furchtbar schmeckt aber perfekt zu den DuDarfst-Würstchen in ihrem Wagen passt. Ich habe mich unterdessen für ein Milcherzeugnis nach griechischem Rezept entschieden, die einzige traditionell hergestellte Milch aus den sieben angebotenen Sorten herausgefischt, den Lachs meines Vertrauens gefunden und zehn jüngere Geschwister meiner glücklichen Eier ausgewählt. Auf meinem Einkaufszettel im Kopf ist alles abgehakt. Ich schlendere also weiter dem Gemurmel in der Nähe der Kasse entgegen. Langsam werden die Gänge voller. Kurz bevor ich zur Zahlstelle abbiege, fällt mir ein, dass Sekt zum Frühstück eine nette Idee wäre, und da ich schon mal hier bin, kann ich auch gleich ein Fläschchen Tonic mitnehmen. Vielleicht genehmige ich mir nach dem gelungenen Einkauf zuhause noch einen kleinen Gin dazu. Hier zwischen den Getränkeregalen finde ich die Antwort auf die Frage, wo die Teens und Twens alle hinwollten: Zwei junge Mädchen diskutieren, ob sie ihren Wodka mit normalem Red Bull oder mit der Light-Version verlängern sollen. Ein älterer Herr studiert die Etiketten und Preise aller angebotenen Weinbrand-Sorten, ein etwas unruhig wirkendes Paar steht ratlos vor der Champagner-Auswahl und entscheidet sich dann für den Gang zum Kühlregal – offenbar ein dringender Fall. Von weiter hinten höre ich das Geräusch einer zerbrechenden Flasche, gefolgt von einem deftigen „Ey Scheiße, Alter!“ Ich glaube, den jungen Mann kenne ich. Ich passiere eine Gruppe Mädels, die intensiv ausdiskutieren, ob der echte Baileys wirklich die 6 Euro Mehrpreis wert ist, und da ist auch der rasierte Anzugmann aus der Leergutschlange wieder. Er wirkt ebenfalls einigermaßen unentschlossen. Ich schnappe mir eine Flasche Gräger und will jetzt wirklich nach Hause. So schnell wird das aber nichts: Megaschlangen an der Kasse, obwohl fast alle Bänder besetzt sind. Ich suche mir die beste aus. Die Wahl der Kasse ist eine Wissenschaft für sich: Nicht alle Kassiererinnen sind gleich schnell, die Kunden haben unterschiedlich viel eingekauft, und die Bänder stehen versetzt. Nicht selten erweist sich die auf den ersten Blick kürzeste Schlange am Ende als die längste. Zufrieden mit meiner Entscheidung sehe ich gelassen dem Ende meiner nächtlichen Lebensmitteleroberung entgegen. Aber heute haben mir meine wundervollen klugen Vorüberlegungen nichts genutzt. Als erstes gehen der Kassiererin die kleinen Scheine aus. Sie greift zum Mikrofon: „Herr Volkert, bitte abschöpfen und kleine Scheine an Kasse 4“. „Abschöpfen“ gefällt mir. Herrn Volkert offenbar auch. Er ist blitzschnell zur Stelle. Dann gibt es Streit zwischen ein paar Jugendlichen darüber, wer mit seinem Taschengeld für die Rechnung aufkommen muss, kurz darauf funktioniert das EC-Kartenlesegerät nicht – auch nicht beim siebten Versuch. Hier kann Herr Volkert nicht helfen. Der Einkauf muss an der Nachbarkasse neu eingegeben werden. Die Kundin ist sauer. Aber allmählich kann ich das Gesicht der Kassiererin erkennen. Das Ende naht. Ich packe meine gesammelten Frühstückszutaten auf das Band als mir plötzlich Rasierwasserduft in die Nase steigt. Hinter mir steht der Anzug-Mann mit dem Ergebnis seiner Einkaufsüberlegungen: eine Flasche Billig-Gin. Er lächelt mich an. Weil ich ein freundlicher Mensch bin, lächele ich zurück. Das scheint er misszuverstehen. „Du scheene Frau. Siehst Du? Gin und Tonic … passt gutt. Du haben Lust auf trinken zusammen?“ Ich danke freundlich aber ablehnend, aber er gibt noch nicht auf. „Warum nicht wollen? Du allein, ich allein – mache scheene Abend, habe Spaß bisschen. Ich guter Mann.“ Mit meinem diesmal energischen „Nein, ganz bestimmt nicht“ bin ich glücklicherweise an der Kasse angelangt und jeder weiteren absurden Diskussion enthoben. Ich zahle cash, damit sich mein Aufenthalt nicht noch durch das ja offenbar heute etwas labile Kartenlesegerät verlängert. Beim Einpacken höre ich die Kassiererin sagen: „Da fehlen noch 15 Cent.“ Vor ihr liegt die Barschaft des unternehmungslustigen Herrn: ein 5-Euro-Schein, der Bon aus dem Leergutautomaten und viele kleine Münzen. Der „gute Mann“ sieht ziemlich verzweifelt aus, kramt in seinen Anzugtaschen, blickt hilflos um sich, zuckt mit den Schultern. Ich fasse mir ein Herz, gebe ihm 15 Cent und mache mich rasch aus dem Staub. Im Weggehen höre ich ihn noch rufen „Danke, Du sein gute Frau!“

To Protest or Not to Protest

09 Montag Feb 2015

Posted by anette quentel in (Zwischen)menschliches, Protest

≈ Ein Kommentar

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Blog, Protest, Quentel

Empört Euch, engagiert Euch, macht Euch öffentlich! Protestiert, demonstriert, setzt „likes“ und unterschreibt Petitionen – bewegt was! Das ist die neue Stimmung im Lande. Wer nicht offen Position bezieht, ist ignorant. Wer sich nicht laut dagegen ausspricht, gilt als dafür. Wer noch nie auf einer Anti-Pegida-Demo war, gerät in Gefahr, als rechts wahrgenommen zu werden, und überhaupt wird jeder Satz einem „Sympathisanten-Test“ unterzogen. McCarthy lässt grüßen. Jaja, ich weiß, der Vergleich hinkt.

Der Druck, Stellung zu beziehen steigt – politisch und ethisch. Ich will aber nicht immer öffentlich auf das Schärfste verurteilen, mich nicht lautstark distanzieren, schon gar nicht unter (Tugend)druck.

Verstehen Sie mich jetzt bloß nicht falsch: Ich finde es grundsätzlich gut, für seine Werte und Überzeugungen auf die Straße zu gehen, und sich zu engagieren. Ich war auf der Anti-Pegida-Veranstaltung auf dem Römer vor 14 Tagen und habe auch die eine oder andere Petition gegen Rechts oder gegen Gewalt unterschrieben, die mir sinnvoll erschien, aber ich will nicht moralisch dazu verpflichtet werden, das tun zu müssen.

Ja, auch ich bin manchmal empört, aber ich empöre mich nicht so schnell. Ich bin streitfest, muss mich aber nicht immer gleich streiten. Ich zettle keine Revolution an, nur weil ich gerade einen revolutionären Gedanken hege und habe auch nicht immer das Bedürfnis meinen Gegnern sofort etwas zu entgegnen. Ich gehe nicht auf die Straße, nur weil das jetzt alle tun. Ich schreibe selten Leserbriefe, habe noch nie einen Zeitungsartikel kommentiert, provoziere nicht und urteile nicht vorschnell über andere, nur weil ich gerade ihr Verhalten nicht verstehe oder ihre Meinung nicht teile.

Aber macht mich das zu einem Ignoranten oder gar zu einem Schlechtmenschen?

Ob meine Freunde Juden, Christen oder Moslems sind, weiß ich in den meisten Fällen gar nicht. Ob sie schwarz oder weiß, alt oder jung, Mann oder Frau oder ein bisschen von beidem sind, ist mir völlig egal. Wenn mich jemand braucht, bin ich da. Aber wenn ich merke, dass jemand meine Grundwerte nicht teilt, gehe ich auf Distanz und sage ihm/ihr warum – ganz leise und nur ihm/ihr.

Ich sage meine Meinung, wenn ich mir eine gebildet habe – im kleinen Kreis, oder wenn ich darum gebeten werde. Ich plappere keine Parolen nach, betreibe keine Stammtischpolitik. Ich tue nichts, wenn ich nicht voll davon überzeugt bin, und lasse mir nichts tun, was ich nicht will. Ich überlege, welche Konsequenzen mein Handeln und meine Worte für andere Menschen haben (meistens zumindest). Und ich gehe dazwischen, wenn jemand ungerecht behandelt wird, schlage mich auf die Seite von Schwachen, wenn sie von Stärkeren in Bedrängnis gebracht werden, greife Leuten unter die Arme, die eine Stütze brauchen.

Wer mich kennt, weiß, dass ich schon immer Charlie war – und Tuğçe und Anne und Alan. Wer daran zweifelt, kann mich fragen.

Ich schlage die kleinen Schlachten, für die manche vor lauter Verurteilen, Distanzieren und Protestieren leider keine Zeit mehr haben. Von meiner Sorte gibt es viele und niemand von uns will sich für diese „Ignoranz“ schlecht fühlen müssen.

Bild: Ausschnitt aus „Kampfhähne“ von Peter Ostermeyer

To Facebook or Not to Facebook

02 Montag Feb 2015

Posted by anette quentel in (Zwischen)menschliches, Facebook

≈ 4 Kommentare

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Blog, facebook, Quentel

Facebook? Ich? Niemals. Ich will keine virtuellen Freunde, keine Nachspürer, will mich nicht im Netz neugierigen Blicken preisgeben, in Werbefluten versinken. Ich will auch nicht immer genau wissen, welcher meiner leibhaftigen Freunde und Bekannten, die auf Facebook unterwegs sind, wann was macht, wer sich gerade wo befindet und wer gerade was mit wem isst. Und niemand soll all dies von mir lesen müssen. Dessen war ich mich sicher, spätestens nach diesem Schlüsselerlebnis: Eine Freundin berichtete im kleinen Kreis vor zweieinhalb Jahren im Sommer, dass sie sich am Wochenende ihre sekundären Geschlechtsmerkmale versengt hatte, wie man so etwas halt unter Mädels erwähnt. Sie hatte es kaum ausgesprochen, als es aus dem Munde einer der Anwesenden tönte „Ja, ich weiß, hab‘ ich auf Facebook gelesen.“ Das waren also die Dinge, die man einander dort mitteilt. Nein, das war nichts für mich – never. Ja, so war das vor zweieinhalb Jahren. Seitdem hat sich vieles geändert. Unter anderem habe ich begonnen, hier auf WordPress Texte zu veröffentlichen. Wer schreibt, will gelesen werden. Werde ich aber nicht. Das sagen mir die (anonymen) Zahlen auf der Statistikseite. Wie sollte ich auch? Es weiß ja kaum jemand davon. Aber wie macht man einen Blog publik? Ich könnte an alle Menschen, die ich kenne, eine Rundmail schreiben und sie darauf hinweisen, dass es eine Webseite mit Texten von mir gibt. Aber in Sachen Eigenwerbung war ich noch nie gut. Viel besser gefiele es mir, wenn die Leute nebenbei davon erführen und meinen Blog besuchten, weil es sie wirklich interessiert, nicht nur aus Pflichtgefühl. Und ich möchte Feedback, will wissen, wie meine Texte ankommen, was ich besser machen kann oder ob ich die Schreiberei lieber doch wieder auf ein „geheimes Logbuch“ beschränken sollte, weil die Sachen, die ich so niederschreibe, niemanden interessieren. Also habe ich nochmal nachgedacht – auch über Facebook. Ich habe in Sachen Privatsphäre recherchiert und war erstaunt, was man so alles verbergen kann. Wochenlang habe ich den Gedanken an einen Facebook-Account mit mir herumgetragen. Schließlich wirft man Prinzipien nicht leicht über Bord, vor allem, wenn man, wie ich, aus ihnen nie ein Geheimnis gemacht hat, aber … I did it! Letzte Woche habe ich einen Account angelegt – unter meinem richtigen Namen und mit einem echten Bild von mir, denn dieses Blogs wegen will ich ja gefunden werden, gerne auch zufällig. Dann habe mich in die Privatsphären-Einstellungen vertieft, das allermeiste von „öffentlich“ auf „nur Freunde“ oder „nur ich“ umgestellt. Ich werde die „Enge-Freunde-Liste“ nutzen und plane, eine „Business-Liste“ anzulegen, sobald ich mal eine Freundschaftsanfrage von jemandem bekomme, mit dem ich nur geschäftlich Kontakt habe(n will). Ja, ich habe jetzt einen Facebook-Account, aber ich werde nicht aus Versehen eine Partyeinladung an die Welt schicken, nicht posten, dass ich eine Käsestulle esse, einen zweiten Gin Tonic trinke oder wo mir gerade ein Pickel wächst. Ich stelle keine Bilder aus glücklichen Tagen ein, klicke nicht unüberlegt irgendwo auf „gefällt mir“ und nutze alle Möglichkeiten, Werbung zu verhindern. Und ganz sicher werde ich, hier wie dort, nur eigene persönliche Dinge ausplaudern (wenn überhaupt), nie den Namen anderer nennen (es sei denn, es ist mit ihnen abgesprochen) und die Öffentlichkeit auch nicht wissen lassen, wer meine FFreunde sind. Denn Privatsphäre ist immer auch die Privatsphäre der anderen. Und ich weiß sehr genau, dass FFreunde etwas anderes sind als richtige Freunde, es aber durchaus eine Schnittmenge gibt. Also dann: Wir sehen uns auf Facebook!

Neulich bei Conrad

01 Sonntag Feb 2015

Posted by anette quentel in Beobachtungen, Conrad, People & Places

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Blog, Conrad, Quentel

Samstagvormittag: Der Laden ist knallvoll mit Menschen und es kommen immer mehr – so viele, dass die Eingangsklappschranke gar nicht mehr zugeht, was einige dazu bewegt, sie als Ausgang zu nutzen. Das hatte sich der Shopdesigner sicher anders vorgestellt, und hilfreich ist es auch nicht. Ich frage mich, wie dringend ich die Glühbirne wirklich brauche, seufze ein heimliches „dringend genug“ und werfe mich heroisch ins Gewühl. Anstatt schnurstracks auf das Glühbirnen-Regal zuzugehen, lasse ich mich ablenken: Was es nicht so alles gibt … und wer braucht die ganzen technischen Spielereien? Offenbar viele, sonst wäre es hier ja nicht so voll. Ich schaue mir der Ordnung halber die Handy-Etuis und ‑Halter für’s Auto an. Für Blackberrys gibt’s nix – überrascht mich nicht, für Blackberrys gibt es fast nirgendwo etwas. Kein Wunder, dass ich immer mal gefragt werde, wann ich mir denn endlich ein „richtiges“ Handy zulege. Ich lasse mich weiterschieben, vorbei an einer Auswahl von Telefongeräten (werden wohl irgendwann aussterben), Adaptern für so ziemlich alles (außer für Blackberrys, versteht sich), kabellosen Türklingeln mit den tollsten Geräuschen (nein, ich möchte nicht, dass sich meine Besucher mit einem Froschquaken ankündigen), Heizkörperreglern mit Fernbedienung, damit man nicht mehr von der Couch aufstehen muss, wenn einem vom vielen Sitzen zu kalt geworden ist, Überwachungskameras (So klein sind die mittlerweile? Wer weiß, wie oft ich schon „überwacht“ wurde, ohne es zu merken.), fröhlich-bunten Schrumpfschläuchen … Irgendwo setzt das ohrenbetäubende Piepsen einer Alarmvorrichtung ein. Kann das bitte mal jemand abstellen? Kann niemand, zumindest nicht in den nächsten zwei Minuten. Ok, und eigentlich will ich ja auch nur eine Glühbirne, also weiter. Im Vorbeigehen schnappe ich mir aus zweiter Reihe noch einen 3er-Steckdosenadapter (dachte, die seien in Deutschland gar nicht mehr zugelassen) und dann ab nach links hinten – oh je: vier Regale voller Glühbirnen. Das ist ja wie bei den Joghurts im REWE. Von hinten trifft mich ein Rucksack, von der Seite ein Ellbogen. Ich trete beiseite und der Rucksackträger straft mich mit einem bösen Blick. Er mich! Ich lächle gequält, sage aber nichts und verhindere so einen Streit. Ich will nur eine Glühbirne. Um das Sortiment in Gänze zu begutachten, muss ich zwischendurch immer wieder in die Hocke gehen und bekomme in dieser Position irgendein Knie an die Schulter gedrückt, das, als ich Gegendruck erzeuge, schweigend in der Menge verschwindet. Eine junge Frau murmelt „Sorry“ und schiebt mich beiseite – will wohl auch Leuchtmittel und hat es offenbar eilig. Unterdessen ertönt wieder ein ohrenbetäubendes Piepsen. Ich rutsche auf Knien nach links, um der Frau einen flinken Glühbirnenzugriff zu ermöglichen, und sie dadurch schnell wieder von meiner Seite zu wissen. Auf einmal blicke ich in das Gesicht eines kleinen Mädchens, das trotzig die Lippen zusammenkneift. Ihre Mutter redet auf sie ein: „Lenchen, mach die Hand auf. Ich muss doch dem netten Mann hier zeigen, was für eine Batterie wir brauchen, sonst kann er uns nicht helfen“. Der Verkäufer in optimistischem Blau zwingt sich zu einem geduldigen Lächeln, aber seine Finger zappeln ziemlich nervös. „Marlenchen, sei lieb, mach die Hand auf.“ Marlenchen will nicht. „Marlenchen, gleich gehen wir eine Waffel essen, ja?“ Keine Reaktion. „Marlene, jetzt ist aber Schluss! Gib der Mama die Batterie. Los, mach die Hand auf!“ Mama kniet jetzt auch und redet immer vehementer auf die Kleene ein, die kräftig den Kopf schüttelt, so dass die Löckchen lustig wippen. Mama hat genug. Mit sanfter Gewalt öffnet sie die kleine Faust des Mädchens. Marlene setzt zum Greinen an, beruhigt sich aber schnell wieder. Offenbar spürt sie, dass das jetzt keinen Sinn hätte. Aus der kleinen verschwitzten Kinderhand kommt eine winzige Knopfzelle zum Vorschein. Der Verkäufer, sichtbar erleichtert, dass er jetzt endlich helfen darf, meint mit einem prüfenden Blick: „Nee, tut mir leid, da müssen Sie zu Ihrem Autohersteller …“ Mama bedankt sich leicht frustriert und zieht mit Lenchen ab. Zurück zu meiner Glühbirne. Nach etwa fünf Minuten finde ich, was ich suche – natürlich nicht ganz unten, sondern ganz oben an der Wand. Hoppla, 12,95 Euro soll das Wunderwerk der Energiespartechnik kosten. Wie lange wird es wohl dauern, bis ich die 12,50 Mehrkosten gegenüber einer guten alten Glühfadenlampe durch den geringeren Energieverbrauch eingespart habe? Könnte ich ausrechnen, will ich aber nicht. Habe sowieso keine Wahl. Jetzt nichts wie weg zur Kasse. Auf halbem Weg dorthin fällt mir auf, dass ich eine Birne mit dem falschen Gewinde erwischt habe – also zurück, nochmal suchen, finden und wieder zur Kasse, wo mich erwartungsgemäß eine Schlange erwartet. Erneut stelle ich mir die Frage, wie dringend ich die Birne brauche. Aber jetzt aufgeben? No way. Nach gefühlten zehn Minuten setzt mal wieder ein ohrenbetäubendes Piepsen ein. Der Mann hinter mir meint, der Piepton sei in allen Conrad-Filialen gleich. Ihm ist langweilig, mir auch. Wir kommen also ins Gespräch über lautstarke Alarmsysteme und ihre Notwendigkeit – ohne Ergebnis, aber so lässt sich die Wartezeit verbringen. Als sich das Gespräch zu erschöpfen droht, fällt ihm auf dem Nebenband der Einkauf eines Mannes auf: „Oh, da scheint jemand Modellflugzeuge zu bauen“. Ich antworte, dass sich mir der Reiz des Modellflugzeugesteigenlassens bislang noch nicht erschlossen habe. Er klärt mich auf, dass ich das wohl sowieso nicht könnte – als Frau. „Ach ja? Warum denn das?“ Das läge daran, dass man dazu dreidimensional denken müsse, und damit täten sich Frauen naturgemäß schwer (Stichwort Einparken). Ich muss grinsen und entgegne, ihn ein bisschen auf den Arm nehmend, dass das bestimmt daran läge, dass sich die Frauen in der Steinzeit nur in der Höhle aufgehalten hätten und ansonsten für das Beerensammeln zuständig gewesen seien, so dass sich bei ihnen diese Fähigkeit wohl nicht so gut entwickelt hätte, wie bei den Männern, die ja auf der Jagd bewegliche Ziele treffen mussten. Das erscheint ihm einleuchtend, aber er berichtet auch noch sehr überzeugt von irgendwelchen Studien, nach denen die Gehirnhälften von Frauen miteinander verknüpft seien und die von Männern nicht. Dabei versucht er die Kurve zu kriegen und verweist wohlwollend darauf, dass Frauen deshalb die meisten Dinge viel besser könnten als Männer. „Aber Modellflugzeugfliegenlassen und Einparken gehören nicht dazu“, entgegne ich mit einem ironischen Lächeln. Er versteht die Ironie nicht, sondern nickt zustimmend. Innerlich schütte ich mich vor Lachen aus. Nach ein paar Umwegen über einige sehr abstruse Theorien zum Thema „natürliche“ Unterschiede zwischen Männer- und Frauen-Talenten, will er mir noch weismachen, dass sich Frauen viel besser unnütze Dinge merken könnten als Männer. Ich frage ihn, ob er das Buch „Nichts kann ich mir am besten merken“ von Tim Frühling kenne. Er kennt es nicht, will es aber jetzt unbedingt lesen. Der wird sich wundern. Mittlerweile sind wir bis zur Kasse vorgerückt. Er wirkt ein bisschen enttäuscht. Offenbar redet er gerne mit zweidimensionalen Menschen, deren Kopf voll von unnützem Wissen ist. Ich wünsche ihm noch ein „schönes dreidimensionales Wochenende“, und er gibt mir ein „Viel Spaß beim Elektrogeräte einstöpseln“ auf den Weg – er hatte wohl auch meinen Einkauf gescreent und dabei sicher viel nützliches Wissen erworben. Belustigt lenke ich meine Schritte gen Konstabler Markt. Demnächst bestelle ich meine Glühbirnen im Internet.

Nizza zu dritt

06 Dienstag Jan 2015

Posted by anette quentel in Nizza 12/14, Reisen

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Anette Quentel, Blog, Nizza, Quentel

Montag, 29. Dezember 4:50 Uhr. Was für eine unchristliche Zeit – selbst für ein „Huhn“ wie mich, dem überzeugte Langschläfer eher suspekt sind. Nach einer extrem kurzen Nacht (Sind vier Stunden überhaupt schon mit gutem Gewissen Nacht zu nennen?) und den üblichen letzten Reisevorbereitungen wie Duschen, Kaffeetrinken, Heizung herunterregeln und Müll wegbringen, mache ich mich gegen sechs Uhr auf den Weg nach Nizza, zu einem dreitägigen Kurztrip, um mich mit Freunden zu treffen. Das Taxi passiert den Irish Pub an der Kurt-Schumacher-Straße, dessen offene Tür nicht nur den Blick auf einen sehr furchtbaren in psychodelischen Farben blinkenden Plastikweihnachtsbaum freigibt, sondern auch den Blick auf einen jungen Mann freigibt, der mit einer seltsam aufrechten Kopfhaltung und undefinierbarem Blick seinem Kumpel an der Theke mit einer klaren Flüssigkeit zuprostet. Form und Größe des Glases lassen nicht auf Wasser schließen. Ob sie wohl die Restgäste des gestrigen Abends oder die Erstgäste des heutigen Morgens sind? Egal: „Prost Jungs!“ In der Berliner Straße steigt Ralf zu mir ins Taxi, dessen Flieger zur gleichen Zeit startet wie meiner nach Nizza – ein purer Zufall, der uns den halben Taxipreis sparen lässt.

Es schneit leicht, die Straßen sind fast leer. In der vorüberquietschenden Straßenbahn sitzt eine einzige Frau. Sie sieht müde aus. Ich sicher auch, aber mittlerweile fühle ich mich hellwach. Im Radio laufen die Nachrichten. Irgendwo ist ein Flugzeug abgestürzt – ein beruhigender Gedanke, auch wenn es mir für die Familien der Opfer leidtut. Beruhigend, weil noch nie zwei Flugzeuge an einem Tag abgestürzt sind. Der Flughafen präsentiert sich noch im Weihnachtskleid. Alles glitzert und tönt besinnlich. „Weihnachten wird überbewertet“, hat mir kürzlich ein Freund geschrieben – von wem, frage ich mich. Entweder man ist ein Fan und freut sich auf die Zeit, oder man weiß von vorneherein, dass es stressig oder auch öde wird. Mein Weihnachten war vornehmlich einsam und ziemlich langweilig, aber das habe ich vorher gewusst,  und ich habe es überlebt.

Ralf und ich sind ein bisschen zu früh dran, weil zu dieser Zeit am Flughafen noch nichts los ist und sich unsere Erwartung langer Schlangen erfreulicherweise nicht erfüllt. Also trinken wir noch einen Kaffee zusammen. Unsere Gates liegen fast nebeneinander. Dann geht jeder seines Wegs. Hat durchaus etwas Symbolhaftes und wäre eine gute Schlussszene für einen Film ohne Happy End. Trotzdem lächelnd mache ich mich auf den Weg zum Flieger und erhasche beim Einsteigen einen Blick ins Cockpit. Der Pilot ist sehr jung, hat einen kahlen Kopf und große abstehende Ohren. Sicher hat er seine Karriere als Segelflieger begonnen. Der Mittelgang im Flieger ist verstopft, und bis man mich bis zur Reihe 19 durchgeschoben hat, gibt es keinen Platz mehr in den Gepäckfächern. Ich stehe ein bisschen ratlos herum, schiebe lustlos ein paar fremde Jacken hin und her, halte so die ganze Schlange hinter mir auf (erste knurrende Laute sind zu vernehmen) und wende mich dann an einen weiblichen Engel der Lüfte, der mich seit drei Minuten untätig beobachtet. Vielleicht ist sie einfach nur müde, was ich angesichts der Zeit durchaus verstehen kann, aber so müde, dass sie mein Koffer-Unterbringungsproblem nicht erkannt hat, kann sie eigentlich nicht sein. Also werte ich es mal als Unlust – soll vorkommen. Auf meine ausdrückliche Bitte um Hilfe hin bewegt sie sich mit routinierter Grazie auf mich zu und bequemt sich tatsächlich, ein bisschen Platz im Gepäckfach zu schaffen – lustlos, wusst‘ ich’s doch. Mein „Danke“ wird mit einem professionellen „gerne“ quittiert, das sich auch in Restaurants zunehmend breit macht und mir allmählich ganz schön auf den Senkel geht. Hin und wieder verwirre ich die Gerne-Roboter mit der Frage „Wirklich?“, was häufig lustige Reaktionen auslöst. Hochheben muss ich den Koffer selbst. Vor zwanzig Jahren wäre mir sicher irgendein junger Mann helfend zur Seite gesprungen. In zwanzig Jahren wird das wieder so sein, wenn auch aus anderen Gründen. Bis dahin stemme ich meine Koffer halt allein.

„Abflug um 7 Uhr 30“ stand überall, aber das war eine glatte Lüge. Zuerst galt es, die Fliegerflügel zu enteisen, was etwa 30 Minuten dauerte, dann war kein Abflug-Slot frei, was weitere 15 Minuten kostete. Dann endlich in der Luft. Als Snack gab es wahlweise Joghurt oder Sandwich – habe beides abgelehnt und mich auf einen Plastikbecher totes Wasser beschränkt (das gestrige Dinner im Hessischen Hof war reichhaltig). Nach etwa einer Stunde gab es heftige Turbulenzen, die der einen oder anderen Passageuse einen kleinen Kiekser entlockten – très charmante.

Nach einer unspektakulären Landung begrüßen mich ein himmelblauer Himmel, sehr sonniger Sonnenschein, Segelboote vor der Küste, Palmen an der Promenade, alles in einen goldenen Farbton getaucht: Wintergold. Südfrankreich, wie man es sich vorstellt, allerdings in einer ziemlich kalten Ausführung.

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Es herrschen gefühlte 5°C. Ich werde in einem ziemlich neuen und ziemlich großen schwarzen Mercedes die Küste entlang in gen Hotel chauffiert – von einer jungen Frau, die mich auf Französisch anspricht (wie auch sonst; wir sind in Frankreich). Ich höre mich auf Französisch antworten und staune über mich selbst. Die Sprache fühlt sich zugleich fremd und vertraut an. Die Karosse ist überheizt, aber die Kleene trägt einen von diesen Michelin-Männchen-Mänteln, in denen man selbst mit Größe 34 wie eine Tonne aussieht. Ich mache irgendeinen Scherz, den sie offenbar versteht und der sie zum Lachen bringt. Mein Lachen findet hingegen ein jähes Ende, als sie mich nach etwa 3km Fahrt vor dem Hotel West End abliefert und mir dafür 40 Euro abverlangt. Das sei unüblich teuer, meint kurz darauf auch der nette etwas zu kurz geratene Silvio am Empfang im Hotel. Hmmm, vielleicht hätte ich nicht das Designermäntelchen anziehen sollen. In so etwas wirkt man wohlhabender als man ist. Monsieur Silvio hat für mich die Mitteilung, dass mein Zimmer erst um 15 Uhr fertig sein wird, was ich mit einem kurzen gut gesteuerten Stirnrunzeln, gefolgt von einem duldenden Lächeln hinnehme. Er registriert natürlich, dass mir das nicht gefällt. Dann kommt wieder diese Frage, die ich irgendwie nicht mag: „Sie reisen alleine, Madame?“. Meine Antwort: „Oui, malheureusement.“ (zu Deutsch „unglücklicherweise ja“) scheint Mitleid zu erwecken – muss ich mir merken. Er telefoniert kurz und organisiert mir ein Zimmer, das schon bezugsbereit ist, und begleitet mich noch rauf in eine für deutsche und andere europäische Verhältnisse winzige Stube. Zum Glück bin ich nicht voluminös. Angesichts der Enge empfinde ich es für einen Moment als ganz angenehm, dass Madame allein reist ….

Jetzt mache ich mich auf den Weg zu Christian und Jon, die im Negresco-Prachtbunker nebenan wohnen, und mir schon eine SMS geschickt haben, wo ich denn bleibe…

Immer noch Montag, 29. Dezember, aber nicht mehr lange Am Nachmittag sind wir an der Promenade entlang und dann in der Altstadt herumspaziert. Viele lächelnde Menschen. Alle wirken entspannt. Zu sehen gibt es eine Unzahl kleiner Lädchen mit mehr oder weniger interessantem Angebot, aber auch viele schöne kleine Plätze und tolle alte Häuser. Die Verkäufer sind überhaupt nicht aggressiv, sondern warten bescheiden auf Kundschaft. Ganz anders die Gästeeintreiber der Restaurants. Ich erklärte etwa 12 Mal in mindestens drei Sprachen, dass wir schon gegessen haben. Das war zwar gelogen, aber ein Totschlagargument. Chris und Jon haben einen Kühlschrankmagneten mit ihrem Hotel drauf als Souvenir erstanden. Mir war nicht nach Andenken-Shopping, bin ja gerade erst angekommen und wer weiß: Vielleicht möchte ich mich ja später gar nicht an die drei Tage hier erinnern. Von der Altstadt aus haben wir uns den Colline du Chateau hinauf gearbeitet, den Hausberg von Nizza, der einen Park und viele schöne Aussichten bieten soll (viele Treppen). Auf dem Weg nach oben ein kurzer Abstecher auf einen jüdischen Friedhof. Es war ganz still und schön schaurig. Die Toten werden hier nicht unbedingt in der Erde sondern häufig in marmornen Gruften aufbewahrt, was den Friedhof fast wie eine kleine Stadt wirken lässt. Auf vielen Gruften stehen Fotos. Wenn man sie eine Weile anschaut, bekommt man fast das Gefühl, man hätte den oder die Verstorbene(n) gekannt, und trauert ein bisschen mit.

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Nach einer Viertelstunde zogen wir weiter in Richtung Hügelkuppe, wo tatsächlich viele tolle Ausblicke aufs Meer, die Stadt und den Hafen warteten. Mittlerweile war es so warm, dass ich mich von etwas Stoff befreit (nur an den Schultern, versteht sich) und ein kleines Sonnenbad genommen habe – unter einem unverschämt blauen Himmel und bei einem guten Cappuccino vom Kiosk. Die Buben haben ein bisschen gespottet, aber das macht nichts.

Auf dem Rückweg dann die Beinahekatastrophe. An einem Aussichtspunkt erreichte mich die SMS von Simone, die sich erkundigte, ob ich noch vor dem großen Schnee aus Frankfurt herausgekommen sei. Ich habe ihr direkt geantwortet und mein iPad solange auf einer Mauer geparkt. Die Jungs waren schon vorweg gelaufen, so dass ich mich beeilt habe, um sie nicht warten zu lassen. Nach dem Abstieg (wieder viele Treppen) sind wir in einem französischen Restaurant in der Altstadt gelandet, das hausgemachte Foie Gras (tierpolitisch absolut inkorrekt, aber in der Regel sündhaft gut) und verlockende Desserts anbot – zwei gute Gründe zu bleiben. Kurz nach der Bestellung griff ich nach dem iPad, um nachzusehen, was ich so alles fotografiert habe – allein der Griff ging ins Leere. Das iPad war weg! Es folgte zunächst die übliche wilde Durchsuchung meiner Monsterhandtasche, in deren Tiefen so ein Gerät schon mal verloren gehen kann – diesmal leider nicht. Dann haben wir rekonstruiert, wann ich es das letzte Mal in der Hand hatte. Ergebnis: am letzten Aussichtspunkt.

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Ich hatte das kostbare Endgerät offenbar auf der Mauer liegengelassen. Chris meinte, ich könne mein weiß-goldenes Prachtstück getrost vergessen und fing an zu überlegen, über welche meiner Versicherungen man das abwickeln kann. Ich meinte aber, es gäbe so viele ehrliche Menschen auf der Welt. Vielleicht habe es ja jemand gefunden und irgendwo abgegeben. Jon hielt das für unwahrscheinlich, aber nicht für ausgeschlossen. Chris lächelte mitleidig, aber keiner hielt mich davon ab, den Haushügel ein zweites Mal zu besteigen (also nochmal viele Treppen). Als ich atemlos am Mäuerchen des Vergessens ankam, war natürlich nichts mehr zu finden. Nächste Station: der nahe Kiosk. Auf dem Weg dorthin stürzte ein etwa zehnjähriger Junge beflissen auf mich zu und fragte auf Deutsch, ob ich vielleicht mein iPad suchte. Ich sähe ein bisschen verzweifelt aus. Auf mein eifriges Nicken führte er mich zu seinem Vater, der berichtete, Holländer hätten mein Ei-Teil gefunden, den deutschen Spruch auf der Rückseite gelesen und ihn gefragt, ob es vielleicht seines sei. (An dieser Stelle bitte ich höchst offiziell alle Einwohner der Niederlande für meine vielen lästerlichen Bemerkungen über Wohnwagen, Käse und Heringe um Verzeihung.) Er habe das iDing dann im Restaurant auf der Spitze des Hügels abgegeben. Dort dort angekommen gab es mir die Kellnerin mit deutlichem Bedauern zurück – sehr verständlich, denn wenn ich nicht aufgetaucht wäre, hätte sie ein neues iPad gehabt. Glück gehabt, viel Organisationskram und eine Menge Geld gespart!

Das Beste an der ganzen Geschichte ist aber der Beweis, dass es tatsächlich noch ehrliche Menschen gibt. Zurück im Restaurant am Fuße des Hügels war Chris einigermaßen erstaunt und ich sehr glücklich. Seltsam, dass es glücklicher macht, etwas zurückzubekommen, dass man verloren geglaubt hat, als es gar nicht erst zu verlieren.

Wir haben dann mittelmäßig gut gegessen und uns gegen vier Uhr auf den Weg zurück zu den Hotels gemacht. Chris hatte sich die Hose mit der leider etwas zu fetten Foie Gras eingewutzt und wollte schleunigst aus ihr raus. Für später haben wir uns zu einem Gin Tonic bei Sonnenuntergang in einer kleinen Open-Air-Bar am Strand verabredet, die im Sommer bestimmt total überlaufen ist. Heute waren wir die einzigen Gäste. Am Strand schlenderten ein paar Unverzagte herum, die sich von Temperaturen von etwa 7° nicht ihre Lust an Meer und Strand vermiesen ließen, und ein paar Angler wurden in der untergehenden Sonne allmählich zu Scherenschnitten. Ja, ich weiß, eigentlich sehen alle Sonnenuntergänge gleich aus. Aber alle sind schön. Und sie sind voller Hoffnung, weil man sich sicher sein kann, dass die Sonne niemals für immer geht.

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Als uns kalt wurde, sind wir eine Stunde durch die Stadt gelaufen und haben am Bahnhof gecheckt, wann Züge nach Monaco fahren. Chris will da morgen unbedingt hin. Bei meinem letzten Besuch fand ich es dort „unspektakulär bis hässlich“, aber ich fahre trotzdem mit. Er hat einen Contest mit einem Kumpel laufen, wer die meisten Länder bereist. Bei ihnen gilt Monaco als Land.  Als Beweis zählen einschlägige Fotos. Ich bin sicher, es wird ihm dort auch nicht sonderlich gefallen, aber das gehört zu den Dingen, die man selbst erfahren muss.

Den restlichen Abend haben wir bei Weißwein, korsischem Käse und Schinken in einer Weinbar am Rande der Altstadt verbracht. Es gab leckeren Sancerre für ein unverschämtes Geld, aber egal. Mein Hotel war ja relativ günstig. Seit elf bin ich wieder in meiner Puppenstube (ziemlich nüchtern, aber todmüde nach der vielen Herumrennerei), und habe feststellen müssen, dass die hier ziemlich gut heizen und man die Temperatur nicht selbst regeln kann. Wegen der bitteren Kälte ist ein offenes Fenster allerdings keine Option, weil mir sonst vermutlich der Tod durch Erfrieren droht. Also: Fenster zu und auf der Decke schlafen.

Dienstag, 30. Dezember, 7 Uhr 30 Das mit dem Einschlafen ging ratzfatz, zumal es hier nur französische Fernsehsender gibt, und ich mich sehr anstrengen muss, um der Handlung zu folgen. So toll ist mein Französisch nämlich doch nicht mehr, wie ich nach dem gestrigen ersten Überschwang schnell gemerkt habe. Trotzdem macht es Spaß, ein paar Tage dreisprachig zu kommunizieren. Jon spricht kein Deutsch, so dass wir zu dritt immer Englisch reden. Wenn er kurz weg ist, sprechen Chris und ich natürlich Deutsch, und mit den Franzosen hier versuche ich es auf Französisch.

Nach einem wie immer ziemlich furchtbaren Instantkaffee, den mir das Hotel nebst Wasserkocher gratis zur Verfügung stellt, warte ich jetzt auf den sicheren Sonnenaufgang, den ich sogar von meinem Bett aus bewundern kann. Das Hotel liegt an der Küstenstraße, die sich gerade belebt, und an der Promenade sind schon die ersten Jogger unterwegs (das sollte mir mal einfallen). Nachher brauche ich wohl die Hilfe von Silvio von der Rezeption. Der wunderbar antike Safe ist so sicher, dass ich ihn nicht mehr aufbekomme. Ich bin aber überzeugt, dass mir geholfen werden kann. Der Raucherin in mir ist hier hingegen gar nicht zu helfen, weil im Hotel Rauchverbot herrscht und mein „Balkon“ ein „französischer Balkon“ ist, also eigentlich gar keiner, sondern ein halbhohes Gitter vor dem bodentiefen Fenster. Macht nix – nicht rauchen ist auch ok.

Zur Abwechslung mal ein Sonnenaufgang ... aus dem Zimmerfenster

An der Kundenfront ist es ruhig, obgleich doch gestern ein Arbeitstag war. Wahrscheinlich geht es erst in der nächsten Woche wieder richtig los. Ob die alle in Nizza sind? Die Stadt und die Promenade sind am Tage nämlich brechend voll.

Um viertel nach acht kommen die Buben zu mir ins Hotel zum Frühstücken.

Dienstag, 30. Dezember, 23 Uhr Der Kellner hat heute Morgen ein bisschen seltsam dreingeblickt, als ich ihm sagte, die beiden Herren seien meine Gäste – einen Penny für seine Gedanken ….

Nach der Stärkung an einem Buffet, das abgesehen von der Tatsache, dass es Rühreier aus dem Tetrapack gab, keine Wünsche offen ließ, machten wir uns auf den Weg nach Monaco. Der 2,8km² kleine Stadtstaat mit seinen etwa 37.000 Einwohnern, von denen ungefähr 80% auf Nicht-Monegassen entfallen, ist in den letzten Jahren nicht schöner geworden. Ein Haus neben steht dem anderen und es gibt viele Autos (darunter allerdings ein paar wirklich schöne Exemplare, die man selten sieht), deren Fahrer die Verkehrsregeln frei interpretieren. An unserer ersten Station (Hotel de Paris und Casino) schoss Christian gleich mal die Beweisfotos für seinen Kumpel.

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Dann sind wir das Küstensträßchen entlang nach unten an den Hafen gelaufen, um festzustellen, dass Weihnachten hier etwas länger dauert als üblich. Der Weihnachtsmarkt war noch in vollem Gange – eine spannende Sache für Jon, der Philippine ist und in Singapur lebt. Auf dem Weg haben wir mal einen scheuen Blick auf die Immobilienangebote geworfen und festgestellt, dass wir uns selbst dann kein 50m²-Appartment in Bestlage leisten können, wenn wir alle unsere Rücklagen zusammenwerfen würden. Macht aber gar nichts. Hier würde eh‘ keiner von uns wohnen wollen. Die Tatsache, dass es auf dem Weihnachtsmarkt zwar keine Mohrenköpfe gab, aber dafür einen Stand, der flaschenweise Champagner verkaufte, und das Snackangebot an Austern mit Chablis hat uns in dieser Meinung nur bestärkt. Glühwein gab es aber auch, und den haben wir gekostet – war lecker.

Hier will keiner wohnen

Mit ein bisschen Überredung ist es mir dann gelungen, die Buben, für einen Aufstieg in die Altstadt und zum Grimaldi-Domizil zu gewinnen. Sie haben zwar etwas gemurrt, waren dann aber froh, die sportliche Einlage ertragen zu haben. Enge Gassen gibt es hier zwar auch, aber die sind pittoresk und nett anzusehen. Wenn man sich hindurchgezwängt und allen Andenkenverlockungen wiederstanden hat, wird man mit einem tollen Ausblick belohnt. Nach einer kleinen Stärkung haben wir (auf Wunsch von Chris) einen Abstecher zum Grab von Gracia Patricia gemacht.

Belichtungsfehler

Dann haben wir uns das Ozeanographische Museum vorgenommen. Christian ist begeisterter Taucher. Zu sehen gab es unter anderem auch sehr große Aquarien (wenn auch nicht so große wie in Barcelona) mit fast allem, was das Meer so an Lebendigem zu bieten hat. Meine persönlichen Highlights waren das Quallen-Aquarium und der „Steichelzoo“, wo ich Baby-Haie anfassen konnte. Die waren regelrecht verkuschelt die kleinen Dinger und gebärdeten sich unter meiner Hand fast wie kleine Hunde – nur dass man hinterher nicht nach Hund riecht und auch kein Fell an den Klamotten hat. Vielleicht sollte ich mir einen Hai zulegen. Leider hatten die Herrchen und Frauchen der Haie irgendwas ins Wasser gekippt, das meine Haut gar nicht mochte. Meine Hände schwollen rot an und brannten ordentlich. Das ging aber schnell vorüber und trübt die Erinnerung keineswegs.

Zauberhaft

Nach dem Abstieg haben wir uns noch einen Glühwein gegönnt. Dann ging es per Zug wieder zurück nach Nizza mit dem Ziel, dort irgendwo ein spektakuläres Fisch- und Meeresfrüchte-Dinner einzunehmen.  Dummerweise haben wir uns verlaufen und sind auf der anderen Seite des Hügels gelandet, den wir gestern erklommen hatten. Für einen Weg, der eigentlich nur 20 Minuten dauert, haben wir über eine Stunde gebraucht. Dafür haben wir nun auch den östlichen Teil der Stadt gesehen und wissen, dass es dort aussieht wie in allen anderen Städten. Das Schöne an Nizza sind eindeutig die Altstadt, das Meer und der Colline du Chateau. Nach unserer Tageswanderung waren wir ziemlich k.o. und mächtig hungrig. Aber uns konnte geholfen werden. Wir entschieden uns für „Chez Freddy“ am Blumenmarkt (mit Free WiFi), das mit prächtigen Meeresfrüchte-Platten warb. Und genau so eine haben wir uns bestellt: Austern in verschiedenen Größen, allerlei unterschiedliche Muscheln, Krebse und Garnelenarten haben uns für alle Mühen des Tages entschädigt. Richtig geschlemmt haben wir und viel gelacht.

Nach den abschließenden Schokoladenfondants mit Eis und Sahne, dessen Kaloriengehalt etwa einem Silvestermenü für vier Personen entsprochen haben muss, waren wir alle drei so kaputt, dass wir uns eigentlich nur noch der Ordnung halber zu einem Absacker in die Bar vom Negresco geschleppt haben. Wenn Chris mich nicht eingeladen hätte, wäre das mit 21 Euro der teuerste Cocktail meines Lebens geworden. Die orange-pink-farbene mit zwei Alkoholika angereicherte Flüssigkeit war zudem unspektakulär, aber zumindest die Cocktailkirschen hatten Klasse.

Jetzt gehe ich erstmal wieder mit den Buben frühstücken. Der Kellner wird unseren Anblick heute sicher schon gewohnt sein und weniger drollig dreinblicken. Die Jungs reisen heute Mittag ab, ich heute Abend um sechs.

Mittwoch, 31. Dezember (Silvester) Den halben Tag allein in Nizza habe ich in der Altstadt verbracht und bin über den Blumenmarkt geschlendert.

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Ein Designerkleid habe ich nicht erstanden. Das war ja ursprünglich mal geplant, weil ich gegenüber dem Le Negresco, in dem Christan und Jon ihre müden Häupter abgelegt haben, mit der Wahl meines Hotels (direkt nebenan und mit nur einem Stern weniger) in zwei Nächten ganze 500 Euro gespart habe. Als Souvenir gab es statt Kleid ein Stück Honigseife für 4 Euro 50. Die steht dann später nicht rum und riecht zudem auch gut. Zum Abschluss meiner Kurzreise genehmigte ich mir noch eine noch lauwarme Tarte au Citron, die leider ungefragt durch die Zugabe von Sprühsahne und einer ebenso pappsüßen wie überflüssigen Kirschsauce zu einem „Kuchenteller“ aufgewertet wurde und mich um 8,50 Euro ärmer machte. Zum Flughafen habe ich dann den Bus genommen – für schlappe 6 Euro, um einem nochmaligen Nepp durch niedliche Taxischauffeusen in Polstermäntelchen zu entgehen.

Der Flieger war halb leer; offenbar haben die meisten Menschen am Silvesterabend bessere Einfälle, als wild durch die Gegend zu reisen. Auch deshalb bin ich überpünktlich gelandet – am vorletzten Gate des Flughafens in Frankfurt, um nach einer 20-minütigen Wanderung festzustellen, dass mein Koffer, den ich nach der Gepäckfachknappheit auf dem Hinflug diesmal aufgebeben hatte, am vorletzten aller Kofferbänder ankommen würde … sehr konsequent, finde ich. Taxen gab es genug, so dass ich schon vor neun in der heimischen Stube ankam. Die ganze Bude roch nach Gänsebraten mit Rotkraut. Irgendein Lüftungsschacht scheint durchlässig. In Anbetracht meines leeren Kühlschranks war ich froh, dass ich dank des üppigen Tarte-au-Citron-Menus nicht hungrig war.

Nach den üblichen Urlaubsnachbereitungstätigkeiten (Kofferleerung, Wäschewaschung) wollte ich mich für zwei Stündchen hinlegen und mir in Ermangelung anderer ernstzunehmender Optionen um zwölf das Jahreswechsel-Feuerwerk von Ralfs Balkon aus ansehen. Die Wohnung hat einen guten Blick in Richtung Fluss. Habe mir also den Wecker für halb zwölf gestellt, selbigen aber offenbar im Halbschlaf abgestellt. Geweckt hat mich die mitternächtliche Knallerei. Für den Spaziergang und die 86-Stufen-Erklimmung von Ralfs Wohnung war es da natürlich zu spät. Ist aber nicht schlimm, denn so bin ich der Gefahr entgangen, doch noch sentimental zu werden. Dafür war ich im Halbschlaf nämlich viel zu müde. In diesem Sinne: Happy New Year!

Fazit: Nizza ist selbst im Winter einen Kurz-Trip wert, auch Monaco hat schöne Ecken, und drei Tage zu dritt sind erheblich unterhaltsamer als acht Tage allein im Luxusbunker auf Rhodos.

Rhodos ganz allein

03 Samstag Jan 2015

Posted by anette quentel in Reisen, Rhodos 10/14

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Quentel, Rhodos

Mein erster Alleinurlaub (Rhodos, in einem Hotel mit vielen Sternen und wenig Kindern) startet mit einer durchwachten Nacht.

Tunnelblick

Samstagnacht, 19. Oktober, 1 Uhr (zu Hause) Im Fernsehen läuft ein romantisch-tragischer Film aus Frankreich. In der Sportsbar gegenüber meiner Wohnung ist Party. Normalerweise wäre ich um diese Zeit sicher schon vor dem Fernseher eingeschlafen, aber heute ist das anders. In ein paar Stunden fliege ich nach Rhodos, und ich habe „vorgeschlafen“ – im Kino … schon recht peinlich, aber nicht zu ändern. Offenbar bin ich kaputter als ich mir einzugestehen bereit bin. Morgen beginnt also der dringend nötige Urlaub. Der Koffer ist gepackt: 19,9 Kilo, sicher viel zu viel für die paar Tage, aber dafür bin ich auch für alle Eventualitäten gerüstet, bis hin zum Einschneien; die gesamte Kabelage für die notwendige Technik ist gecheckt und verstaut. Ich werde auf dem Flug noch ein bisschen im Reiseführer lesen, um mich einzustimmen – auf meinen ersten echten „Allein-Urlaub“ – einen Urlaub ohne Kompromisse, aber auch ohne meine Eindrücke mit jemandem teilen zu können. Deshalb habe ich auch den Fotoapparat dabei. Ich fotografiere sonst nur selten, weil ich immer denke, was ich mir nicht merken kann, ist auch nicht so wichtig. Seit dem letzten Winter bin ich sehr oft allein unterwegs gewesen. Und wenn mir etwas besonders gut gefallen hat, oder einfach nur lustig oder skurril war, habe ich Fotos gemacht. Angeschaut habe ich sie nie wieder, aber das ist vielleicht auch nicht so wichtig. Wahrscheinlich musste ich es einfach nur „loswerden“.

Jetzt springe ich mal unter die Dusche und mache mich dann allmählich auf den Weg hierhin http://www.atriumplatinum.gr/de

Sonntagmorgen, 19. Oktober, 4 Uhr (am Flughafen) Das bestellte Taxi kam pünktlich. Der Taxifahrer hat mir erzählt, dass er es hasst, nachts zu arbeiten und dass er keine Sportwagen mag (wie kann so was sein?). Wo Rhodos liegt, wusste er auch nicht – der Mann ist offenbar kein Grieche. Die Stadt war noch voll mit Partygängern und Clubbern, die Straßen waren aber so leer, dass wir innerhalb von 15 Minuten am Flughafen waren. So früh ist hier kaum etwas los. Das bedeutet Würmchen statt langer Schlangen an der Gepäckabgabe und viele geschlossene Restaurants. Eine Kaffeequelle habe ich aber dennoch ausgemacht. Auf dem Weg dorthin stand ein weißer Bechstein-Flügel, an dem sich jeder vergreifen darf, der sich dazu berufen fühlt. Ein kleines Mädchen mit einem Piratenkopftuch saß dran und spielte (zumindest mal für meine Laienohren) fehlerfrei irgendwas Klassisches – klang irgendwie fremd in dieser technischen Umgebung, aber schön.

Auch die Schlange am Sicherheitscheck war gar keine, aber natürlich habe ich das Gepiepe im Tor zur Urlaubsglückseligkeit ausgelöst (wie eigentlich immer), so dass mir mal wieder das zweifelhafte Vergnügen zuteilwurde, von einer kleiner energischen Frau intensiv abgetastet zu werden … muss ein Traumjob für Lesben sein.

Jetzt sitze ich in einer geschlossenen Bar mit Blick auf die Flieger-Dockingstations (ganz schön neblig da draußen), harre bewaffnet mit einem Cappuccino der Öffnung des Gates und vertreibe mir gleich mal die Zeit mit drei kurzen Texten, die ich noch lesen/glätten und am Montag zum Kunden schicken muss. In der Sitzgruppe neben mir haben sich zwei Männer und eine Frau in Jeans und roten T-Shirts platziert. In Anbetracht dessen, dass sie zehn 0,5-Liter-Dosen Bier vor sich stehen haben, formulieren sie noch recht klar und deutlich. Es geht nach „Malle“ (haben sie genauso gesagt), und der Plan ist, nach der Ankunft ein „kleines flüssiges Frühstück“ einzunehmen und sich dann an den Strand zum Schlafen zu legen, abends soll es dann ins „Deutsche Eck“ gehen, was immer das auch sein mag …. Die sind wirklich lustig – erfüllen jedes Klischee.

So, jetzt die Texte lesen….

Sonntagmorgen, 19. Oktober, 7 Uhr (im Flieger): Habe ein Stündchen geschlafen. Der Kinosessel gestern Abend war bequemer, bin aber trotz Nackensteife jetzt erstmal wieder topfit. Und ich hatte Glück: Der Flieger ist fast voll besetzt, aber der Platz neben mir ist freigeblieben. Die Sonne geht gerade auf, unter uns viele Berge, kaum Wolken – sieht schön und wild aus da unten.

Sonntagmittag, 19. Oktober, 12 Uhr Ortszeit (im Hotel) Bin unversehrt gelandet und wurde vereinbarungsgemäß persönlich abgeholt und gut ins Hotel verbracht. Der Versuchung, ein Foto von dem kleinen molligen Chauffeur zu machen, der vor dem Ausgang mit einem Schild stand, auf dem mein Name geschrieben war, habe ich gerade so widerstehen können – hatte aber was. Das Zimmer konnte ich gleich beziehen. Es ist groß, durchgestylt und mit einer Whirlpool-Wanne, einem großen Balkon ausgestattet, der einen frontalen Blick auf das tiefstblaue Meer freigibt. WIFI funktioniert, und es gibt einen für meine Verhältnisse üppigen TV, auch mit ein paar deutschen und englischen Sendern. Das Hotel begrüßt mich mit einem Obstkorb und einer Flasche Rotwein auf dem Zimmer, die ich heute Abend in dem Monsterbett (Kingsize) antesten werde.

ganz schön groß

Wir haben 25° und es ist windig. Im Schatten braucht man ein Jäckchen, aber am Pool liegen alle ziemlich ausgezogen herum – was nicht immer gut aussieht. Offenbar ist das Essen lecker und einige Leute etwas maßlos. Das Hotel scheint nicht ausgebucht zu sein. Höchstens ein Drittel der Liegen ist belegt, und auf den leeren Exemplaren sind auch keine schwarz-rot-goldenen Handtücher auszumachen.

Room with a (sea)view

Jetzt kann Urlaub werden. Ich mache mich jetzt auf den Weg an den Strand – Meer anfassen, und mal sehen ob da unten irgendwer für mich einen Fisch brät. Im Flieger gab es nur eine Käsestulle …

Sonntag, 19. Oktober, abends Aus dem „Meer anfassen“ ist ein zweistündiger strammer Spaziergang geworden – hatte einen ausgeprägten Bewegungsdrang nach der Probe gestern und der Flugzeug-Sitzerei heute. Irgendwann hat sich auch der Wind gelegt. Ich bin in den nächsten Ort gen Norden gelaufen, der aber nichts Spannendes zu bieten hat. Erst danach habe ich mal ein kleines Restaurant in der Nähe des Hotels ausprobiert. Es ziemlich touristisch, weshalb ich auch auf den Fisch verzichtet und mich mit Blick auf das zu erwartende opulenten Abendessen mit einem griechischen Salat begnügt habe. Später habe ich mich dann unter die Walfische am Pool gemischt …

hilft, diszipliniert zu bleiben

… und zwei Stündchen abwechselnd gelesen und geschlafen – eine wundervoll entspannende Tätigkeit, die ich im Zimmer fortgesetzt habe als es kühl wurde. Im Hotelshop habe ich für kleines Geld einen Bikini in Größe 36 gekauft, weil meine hochgeschlossenen Sportschwimmanzüge doch wenig zielführend sind – hey, der erste Bikini seit mindestens 15 Jahren. Ein gutes Gefühl. Ich hoffe nur, dass der am Ende des Urlaubs noch passt.

Das Abendessen war nämlich unglaublich gut  und wird viel Disziplin erfordern: Buffet mit allem was das Nahrungsmittelliebhaberherz begehrt plus ein frisch zubereitetes Hauptgericht (Fleisch, Fisch oder Veggie), dazu eine Glas ganz ordentlichen Weines und viel Wasser. Das Restaurant selbst ist ein bisschen unpersönlich, hat eher Speisesaal-Charme, aber man wohnt ja nicht da. Geredet habe ich heute, mal abgesehen vom Personal, mit niemandem, aber das macht nix – ich rede ja sonst immer ziemlich viel. Hier gibt es nur Paare, aber das macht auch nix. Bin vor allem mal hier, um mich zu erholen und wieder ein richtiger Mensch zu werden.

Und genau deshalb verziehe ich mich jetzt rechtschaffen müde in das große Bett, zappe noch mal durch die für mich verständlichen TV-Programme und werde wohl sehr bald die Guggerchen zumachen.

Morgen werde ich das Frühstücksbuffet testen und dann die alten Steine in Rhodos Stadt erobern.

Montag, 20. Oktober, 10 Uhr 30 Bin gestern wie erwartet ziemlich ohnmächtig in den Schlaf gefallen und heute Morgen auch erst um Acht aufgewacht, mit einer Erkältung im Anzug und ganz kleinen Augen im Gesicht (tippe auf Wasser im Körper). Das Frühstücksangebot ist ebenso opulent wie das Abendbuffet. So etwas habe ich zuletzt im Westin Grand in Berlin erlebt, wo wir immer gewohnt haben, wenn wir in der Hauptstadt waren. Ja, bis vor einem ¾ Jahr war ich noch ein „wir“. Auch darüber, wie mir das selbstgewählte „ich“ gefällt, will ich in diesem Urlaub nachdenken und mal in mich hineinhören, ob ich überhaupt schon wieder bereit wäre für ein neues „wir“, aber nicht schon heute und schon gar nicht vor dem Frühstück, versteht sich. Das lässt in seiner Fülle auch gar keine tiefgehenden Gedanken zu: Geboten wird hier beispielsweise ein Räucherfischbuffet über Full English Breakfast, allem, was Griechenland an Kulinarischem zu bieten hat (wusste gar nicht wie viele verschiedene Sorten Oliven es gibt), Kuchen, und diversen Eierspeisen bis hin zu Sushi. Zum Glück habe ich aber auch eine Ecke mit viel frischem Obst und 2%igem Joghurt ausgemacht, so dass es bei Rührei+Lachs und Obst+Joghurt geblieben ist. Wer will denn schon am frühen Morgen zu Abend essen …

Heute kein Wind. Jetzt checke ich mal, ob ich irgendwas arbeiten muss, wovon ich nicht ausgehe, und mache mich dann per Bus auf den Weg in die „City“.

Laut Wetterbericht wird es ’schland bald sehr kalt. Gestern sprachen sie sogar von Schnee. Hier ist es dagegen nach wie vor schön warm, ab Donnerstag droht aber Regen. Wir werden sehen. Heute habe ich also die alten Steine erobert – viele alte Steine.

mehr alte Steine

Zu „besichtigen“ war auch eine Menge schrecklicher Nippes in der Altstadt, die ohne den ganzen bunten Billigkram sicher sehr schön wäre. So ganz widerstehen konnte ich dem Kaufimpuls aber doch nicht. Ich habe in einem richtigen Schmuckgeschäft einen vergoldeten Silberring erstanden (runtergehandelt von 89 auf 70 Euro), der genau zu einem Halsreif passt, den ich schon länger habe, und zwei Requisiten für den Kirschgarten gefunden: ein Häkeltäschchen für mich als Ranjewskaja (das Handtaschenproblem war noch nicht gelöst) und ein großes Kreuz für Teresa als Warja, die ja immer davon redet, ins Kloster gehen zu wollen. Alle Billigklamöttchen, mehr oder weniger falschen Ledertaschen, Badeschwämme (bestimmt aus der Karibik und nicht von hier), Olivenprodukte, Honiggläser mit „Greetings-from-Rhodos“-Beschriftung, ultrahässlichen grellen Aquarelle von Häusern und Landschaften, die es garantiert nirgendwo auf dieser Welt gibt, und den übrigen Tand habe ich leichten Herzens hängen, liegen und stehen lassen – damit sollen sich mal die anderen Touris über den Tisch ziehen lassen. Kaum zu glauben, dass wirklich so viele Leute diesen Kram kaufen, dass zig Ladenbesitzer davon leben können.

Kleines Mitbringsel gefällig

Ich bin von den diversen Händlern (ebenso wie vom Hotelpersonal) auf allen wichtigen Sprachen dieser Welt angesprochen worden, aber nur einmal auf Deutsch. Offenbar sehe ich sehr international aus. Statt Shoppingrausch bin ich abseits der üblichen Wege durch die mittelalterliche Wallanlage gelaufen, auf einen (sehr kleinen) Turm gestiegen, durch die leeren Teile der Altstadt und am Hafen entlang geschlendert Unterwegs habe ich diverse intakte und kaputte Kirchen und Moscheen angeschaut, alle von außen, weil geschlossen. Essen habe ich glatt vergessen, aber einen Frappé gab es irgendwo auf einem schönen Platz mit einem Eulenbrunnen. Für den Rückweg habe ich mir ein Taxi gegönnt. Die Busse fahren hier so ungefähr-vielleicht-wenn-alles-gut-geht-und-nichts-dazwischen-kommt alle halbe Stunde ….  Sonnenbad musste ausfallen. Ich bin heut Vormittag erst gegen elf Uhr los und war bis halb sechs unterwegs – da war es dann schon zu kühl.

Die Frau, der ich das Kreuz abgekauft habe, hat mir noch ein paar Tipps für meinen Trip nach Lindos gegeben. Irgendwo auf dem Weg dorthin soll es zum Beispiel einen wunderschönen Wasserfall geben, den kaum ein Tourist entdeckt. Den werde ich suchen. Morgen miete ich mir ein Auto und fahre ein bisschen über die Insel. Den angebotenen Mopeds traue ich nicht recht…

Das mögliche 8-Gänge-Dinner habe ich auf 3 Snacks reduziert: Salat, Schwertfisch mit Tomatensugo (ohne den Reis) und zum Dessert Weintrauben + ein paar Bröckchen Käse – ok, ein ganz kleines Stückchen Bakhlava habe ich mir auch noch genehmigt (hmmmmm). Die Weinkarte ist lang, aber es gibt nur zwei Sorten, die glasweise (bzw. in 0,2l-Miniflaschen) ausgeschenkt werden. Die sind hier nicht auf Alleinreisende eingestellt; selbst das stille Wasser ist nur in 1l-Einheiten erhältlich. Der Chefkellner-Fatzke, der gerne ganz auf Französisch macht, hat gestern auch schon „Table for two, Madame“ gefragt, obwohl ich sehr offensichtlich allein war ….Den Namen der Traube des einen Weins hatte ich noch nie gehört, so dass meine Wahl auf die Alternative gefallen ist: eine Cuvée aus irgendwas + irgendwas anderes + Sauvignon Blanc. Das ist kein All-inclusive-Urlaub. Die Getränke und alles außerhalb Frühstück und Dinner gehen extra, aber die Preise sind nicht höher als in Frankfurt – nur beim Cappuccino schlagen sie mit 4,50 Euro zu, aber vielleicht ist das der Bar-Tarif.

Jetzt werde ich die 105 (!) Mails des Tages einsortieren. Ungefähr ein Viertel davon sind Newsletter o.ä., aber der arme Ralf hat gut zu tun. Wenn ich richtig gezählt habe, sind heute zehn Jobs reingekommen (z.T. aber nur ganz kurze Texte oder Projekte mit langen Deadlines). Ich habe ihm angeboten, irgendwas zu übersetzen, wenn es eng wird, aber das wird er nicht wollen, weil er mir diesen Urlaub wirklich gönnt. Habe eben gesehen, dass er schon zwei freie Übersetzer eingespannt hat – und heute ist erst Montag.

Wenn ich es schaffe, so lange wachzubleiben, schaue ich mir nachher einen Film im ZDF an – ZDF gibt’s, ARD nicht. Geredet habe ich auch heute nur mit dem Hotelpersonal und den Händlern in der „City“, aber im Moment fehlt mir das auch noch nicht. So komme ich wenigstens mal zur Ruhe.

das unvermeidliche Sonnenuntergangsfoto

Dienstag, 21. Oktober, 20 Uhr 14 Nachdem laut wetter.com ab morgen Wolken angesagt sind, habe ich Auto und Ausflug spontan verschoben und kurzerhand einen Lese-Döse-Lese-Schlaf-Lese-Tag am Pool eingelegt. Möglicherweise war das die letzte Gelegenheit, ordentlich Sonne zu tanken. Soll ja angeblich glücklich machen – als ob das so einfach wäre. Bis jetzt merke ich davon noch nix, aber mein Gesicht und die schon vorgebräunten Stellen nähern sich schon jetzt allmählich der Farbe eines Wienerwald-Opfers kurz vor dem Servieren. Der Rest hinkt ein bisschen hinterher – befremdlicher Anblick, aber den muss ja gerade keiner außer mir ertragen. Brandschäden sind keine zu vermelden.

Ich war also heute ein echtes Faultier. Hätte nie gedacht, dass das geht, und besonders befriedigend ist es auch nicht, aber man muss es mal gemacht haben, um das festzustellen. Erlebt habe ich somit so ziemlich gar nichts – mal abgesehen von einer theoretischen Reise in die Tiefen des männlichen Denkens und Fühlens (habe das Buch „Männerseelen“ von Björn Süfke durchgelesen), geholfen hat das nicht viel. Ok, Jungs ich verstehe Euch nicht, aber jetzt habe ich eine vage Ahnung davon, warum das so ist. Für einen kleinen Spaziergang hat die Energie vorhin noch gereicht. Dabei ist unter anderem dieses Bild eintstanden …. witzig, was diese Kameras heute alles so können.

Blümchen rot

Mittwoch, 22. Oktober, 22 Uhr 04 Bin geduscht, gesalbt und gefüttert und wieder zurück im Zimmer, wo das ZDF heute Fußball zeigt … und 67 Mails darauf warteten, einsortiert zu werden.

Das war ein Tag voller Eindrücke – um Längen besser als der gestrige. Mit dem geliehenen Auto, einem weißen Peugeot 106, eine nette wendige kleine Kiste für die griechische Inselpampa, bin ich in Richtung Lindos losgedüst, mit einem ersten Stopp an den empfohlenen 7 Springs, wo es jenen beeindruckenden Wasserfall zu begutachten geben sollte … allein, das Ding war ein Witz. Die sieben Quellen waren genau das: sieben kleine Stellen, an denen Wasser aus der Erde tröpfelte, kein Wasserfall. Um allen Missverständnissen vorzubeugen, standen an den sieben Wasserlöchern Schilder mit den Zahlen 1 bis 7. Außer mir hatten sich weitere etwa 20 Touristen eingefunden, die böse Worte ausstießen, missmutig grummelten oder, wie ich, furchtbar lachen mussten ob der fehlenden Attraktion…

Rinnsale

Statt fallender Gewässer gab es allerlei Geflügelgetier zu besichtigen – von der ordinären Ente bis hin zu zutraulichen Pfauen. Weil ich Geflügel lieber esse als beschaue, bin ich flugs weiter gen Lindos …

Nach ein paar Kilometern bin ich eher intuitiv von der Hauptstraße (vergleichbar mit einer schlechten Bundesstraße in good old Germany) an die Küste abgebogen und fand mich kurz drauf in einem kleinen Ort mit einem netten fast einsamen Sandstrand wieder – mit FREE Umkleidekabine. Na, da habe ich die Gelegenheit doch glatt genutzt, mal in den großen Teich zu hüpfen, zum ersten Mal seit etwa 15 Jahren. Das Wasser war ganz warm. Ich hatte schon fast vergessen, dass sich das ein bisschen so anfühlt, als würde man mit Neptun kuscheln. Nach etwa 15 Minuten hatte ich aber genug von der meerischen Zärtlichkeit (das Getränk war schon ziemlich versalzen).

Neptun lässt schön grüßen

Während mich der Wind getrocknet hat, habe ich noch schnell ein Feuerchen in Frankfurt gelöscht. Ein hochnervöser Kunde hat sich telefonisch bei mir beschwert, dass Ralf seinen ultradringenden Job nicht augenblicklich bestätigt hat – na, am Ende war natürlich alles halb so schlimm: Der Job war längst in Arbeit und ging später auch pünktlich raus.

Dann also weiter nach Lindos. Die Säulenreste waren eher jämmerlich, aber der Ausblick war jeden mühseligen Schritt wert. Der Weg dorthin wird einem nicht nur durch unzählige Stufen erschwert, sondern auch von einem Gassengewirr, das ultraeng, zum Teil ziemlich dunkel und vollgestopft mit Händlern ist – auch wieder so eine Altstadt, die sehr schön sein könnte, wenn da nicht die Menschen wären …. Hier habe ich mich dann auch prompt verlaufen und bin in den einsameren Teilen des Örtchens gelandet, wo es dann auch sehr griechisch war. Danach habe ich mir eine hübsche weißblaue Taverne mit Blick über die Küste gesucht und einen kleinen landestypischen Salat zu mir genommen. Bergsteigen macht halt Hunger.

klägliche Tempelreste

Und weiter ging‘s, diesmal quer über die Insel, weil ich auf der Karte einen großen See gesehen hatte. Die Straße dorthin war superkurvig, aber asphaltiert (keine Selbstverständlichkeit hier, tippe auf staatliche Infrastrukturinvestitionen zwecks Belebung der Konjunktur) und quasi autofrei – und er führte durch eine tolle rauhe Wald-Felslandschaft. Ich bin ganz langsam gefahren, weil es so schön war, und weil überall Ziegen rumliefen. Ich konnte ja nicht sicher sein, ob die Hotelküche noch welche gebrauchen konnte. Der See war dann allerdings ein Staudamm, von dem ich zu diesem Zeitpunkt aber fast nichts sehen konnte, weil man nur bis auf 200m herankam. Ein bisschen enttäuscht habe ich wieder umgedreht und wollte den Heimweg über die „Hauptstraße“ antreten, habe mich aber nach einem Blick auf die Karte für eine Abkürzung entschieden. Eine sehr gute Idee, denn dadurch bin ich an einem zauberhaften Ort gelandet: eine kleine Lichtung mit Blick von oben auf eben jenen Staudamm, an den ich vorher nicht herankam. Es herrschte eine unglaublich stille Stille. Immer wieder strichen Vogelschwärme über das Wasser … Das war so einer der Momente, die man lange mit sich herumträgt.

PSSST

Danach ging es aber wirklich nach Hause. Mittlerweile war auch die Sonne schon müde geworden. Dann wird es ja hier auch immer blitzschnell dunkel, und das mit den beleuchteten Schildern muss noch geübt werden. Aber ich habe auf ziemlich direkten Weg zurückgefunden – recht versalzen und schon wieder hungrig. Auf das „offizielle“ Hauptgericht habe ich aber verzichtet und mich auf Rohkost plus Garnelen und Lachs sowie ein Stück Makrele aus dem Ofen beschränkt, ohne Beilagen. So ganz ohne Carbs ging es dann aber doch nicht ab. Ich habe nämlich die Ecke mit selbstgemachten Eis entdeckt … davon mussten es dann doch noch zwei Kügelchen sein.

Jetzt bin ich einigermaßen k.o. und werde bestimmt bald einschlafen.

Donnertag, 23. Oktober, 23 Uhr 28 Der zweite Auto-Ausflugstag liegt hinter mir – heute berichte ich mal eher stichwortartig, weil ich nicht mehr ganz taufrisch bin nach einem erlebnisreichen Tag und dem Lobster-Dinner, das ich mir vorhin gegeben habe. Serviert wurden Hummersuppe mit Monstergarnele, Hummersalat, Fisch-/Meeresfrüchtespieß auf Gemüse, Zitronensorbet mit Ouzo, ein halber Lobster und zum Dessert eine mit Walnüssen gefüllte Baby-Birne mit Vanilleeis – alles lecker, fettarm und (abgesehen vom Dessert) carb-free. Hatte dazu eine 375ml-Flasche Wein (Muscat), eine große Flasche Wasser und danach einen sehr großzügig bemessenen griechischen Brandy mit mehr Sternen als das Hotel hat. Zum Glück bin ich kein Mann. Nach dem vielen Eiweiß hätte ich sonst sicher eine „unruhige“ Nacht. (hihihi).

Heute habe ich also:

(1) ein laut Reisführer „buntes Dorf“ gesehen, dass dringend einen neuen Anstrich braucht,

Anstrich gefällig

(2) eine römische Siedlung erkundet, die auch schon mal bessere Zeiten gesehen hat. Es stehen nur noch drei (zugegebenermaßen schöne) Säulen und ein paar Grundmauern

(3) enge Kurven fahren gelernt

(4) zwei Kastelle erstiegen, so dass ich das Wort „Kastell“ für alle Zeiten mit „vielen Treppen“, aber auch mit schönen Ausblicken in Verbindung bringen werde

Tree with a view

(5) den schlechtesten Frappé aller Zeiten getrunken (oder vielmehr nicht getrunken)

(6) drei tote Katzen auf der Straße gesehen und eine lebende Katze gestreichelt, die genauso aussah wie meine tote Mona

(7) ein Weindorf durchfahren, in dem gar kein Wein gemacht wird

(8) noch engere Kurven fahren gelernt

(8) einem ausgesprochen griechisch aussehenden Griechen ein Glas leckeren Pinienhonig (ohne „Greetings-from-Rhodes“-Aufschrift) abgekauft

(9) eine (ausnahmsweise geöffneten) alte Kirche bestaunt, die über und über mit Fresken bemalt war, in der ich aber nicht fotografieren durfte

(10) überholen in engen Kurven gelernt

Nach dem heutigen Sightseeing-Marathon  ist morgen eher Erholung angesagt: lang schlafen, lesen, Sport in der hoteleigenen Muckibude, vielleicht auch eine kleine Beautysession, Spaziergang am Meer.

Das Wetter ist schlecht (wolkig, Regenschauer, vorhin Gewitter) und soll es auch bleiben, und griechisch kann ich immer noch nicht, aber sonst ist fast alles bestens. Geredet habe ich allerdings immer noch mit niemandem. Allmählich wird’s doch ein bisschen einsam.

Freitag, 24. Oktober, 16 Uhr 07 Das mit dem Erholen klappt aber ganz gut. Eigentlich sind 8 Tage zu wenig. Man braucht erst ein paar Tage, um runterzufahren, und wenn man gerade unten angekommen ist, muss man sich schon wieder auf’s Hochfahren vorbereiten. Na, zwei Tage habe ich ja noch.

Die Beauty-Session, so ein Entschlackungs-/Anti-Dellen-Ding, war sehr effizient. Ich bin schön glatt und habe ordentlich entwässert …. Die hübsche zarte Person hat mir zuerst einen „Papier-Tanga“ zum Anziehen in die Hand gedrückt – sah nett aus das Ding an mir, sollte ich mir mal in einer Stoffvariante zulegen, man weiß ja nie. Dann hat sich mich mit einer grünlichen Masse bekleistert, in Alufolie und Handtuch gepackt und 20 Minuten herumliegen lassen. Die Masse hat sich und mich in dieser Zeit ordentlich erhitzt. Danach schickte sie mich unter die Dusche geschickt, drapierte mich auf der Liege drapiert und walkte mich nach allen Regeln der Kunst durch – unter Zuhilfenahme diverser Cremes und Wässerchen. Es wurde abgestrichen, massiert und geklopft (bin gespannt, ob sich morgen der eine oder andere blaue Fleck findet), sie hat tatsächlich eine Stelle entdeckt, an der ich kitzelig bin. Ich dachte immer, das sei bei mir nicht eingebaut, aber man lernt immer dazu … Jetzt bin ich jedenfalls tiefenentspannt, fühle mich straffer an (eigentlich schade, dass niemand was davon hat) und bin schon wieder müde. Vielleicht sollte ich es den restlichen Hotelgästen gleichtun und meinen harten Faulenzertag mit einem Nickerchen unterbrechen. Hier in der Anlage herrscht nämlich gerade gespenstische Stille. Kein Laut außer den obligatorischen Vogelpiepsern, und auf dem Balkon neben mir ist ein ältlicher Brite über einem F. Forsyth eingeschlafen. Während ich genussquält wurde, hat es ordentlich geregnet. Der Pool ist verlassen, die Wege patschnass.

Es bleibt wolkig aber trocken, ich werde aber kein Nickerchen machen, sondern meine Mails sortieren, um zu schauen, was mir am Montag so alles bevorsteht. Dann werde ich mich in ein Jäckchen hüllen, mit dem Fotoapparat am Strand entlang laufen und ein paar Fotos machen, wenn ich was Nettes vor die Linse bekomme.

Samstag, 25. Oktober, 10 Uhr 45 Habe gestern das E-Mail-Sichten verschoben und bin gleich los ans Wasser. Hier wird es ja immer schon so früh dunkel. Der Strand war menschenleer, weil wohl alle Angst vor dem nächsten Regenguss hatten – Recht hatten sie. Ich bin in ein ausgewachsenes Gewitter mit Wolkenbruch geraten und bis auf die Haut nass geworden, aber gelohnt hat sich der Ausflug doch. War ein tolles Naturschauspiel und bevor es richtig anfing zu regnen, habe ich noch einen Riesenfisch gesichtet, der vor der Küste munter mit sich selbst gespielt hat. Mein Versuch,  ihn zu fotografieren gestaltete sich aber schwierig. Zum einen war er naturgemäß immer nur sehr kurz über Wasser, zum anderen ist meine Kamera nun doch nicht ausgestattet. Das Meertier sah aus wie ein Wal, was aber natürlich Quatsch ist. Ich muss nachher noch mal irgendwen fragen, was für Monsterfische sich hier so tummeln. Vielleicht entwickelt sich daraus ein Gespräch – wäre das ersten in diesem Urlaub.

Nach dem Essen (Rohkost, Salat, Fisch – die bieten hier tatsächlich jeden Abend 4-5 verschiedene Arten aus Ofen und Sud – und zwei Kugeln Eis) habe ich dann wirklich ein intensiverer Blick auf die Mail-Massen geworfen… ich werde heute ein bisschen arbeiten, damit am Montag nicht gleich wieder die ganze Erholung zum Teufel ist. Den Film im ZDF, einen Krimi, in dem es neben dem Mord auch um gefakete Filmaufnahmen und Kamera-Drohnen-Belästigung ging,  habe ich natürlich zur Hälfte verschlafen, aber bei der Heute-Show war ich dann wieder wach. Heute Morgen war ich auch schon früh fit, habe das „Kaktus-Buch“ zu Ende gelesen (das allerdings ab der Mitte nicht mehr so interessant ist) und bin spät zum Frühstück, damit ich nicht mitten am Tag plötzlich Hunger kriege. Die Waage in meinem Zimmer sagt, dass ich ein gutes Kilo zugenommen habe. In Anbetracht der enormen Ruhe, des vielen Schlafs und der kulinarischen Verlockungen hier halte ich das für akzeptabel. Das ist bis Ende der nächsten Woche wieder weg.

Nun suche ich mir mal ein gemütliches Plätzchen, um ein paar wundervolle Texte zu übersetzen.

Uuups, jetzt fängt es an zu regnen … hmmm, das hatte ich so nicht gebucht ….

Regen war nicht verabredet

Samstag, 25, Oktober, 13 Uhr 50 Für zwei Sonnenstündchen hat es dann eben doch noch gereicht – alles sehr wechselhaft hier. Wenn es nichts zu Arbeiten gäbe, würde mir jetzt allmählich doch langweilig. Von der im Hotelprospekt angekündigten Animationssache habe ich bislang noch nichts bemerkt … ist wahrscheinlich besser so.

Zu Mittag gibt es ein Äpfchelchen und einen Müsliriegel – diese Carb-free Frühstücke halten nicht lange an, wenn man arbeitet, und das habe ich bis jetzt. In ein/zwei Stündchen dürfte aber alles vollbracht sein. Der Rest ist Urlaub. Habe mir für morgen einen Late-Check-out gesichert, damit ich nicht stundenlang heimatlos und in voller Montur herumlungern muss, bevor ich gegen halb sechs zum Flieger aufbreche. Der Flug soll gegen acht Uhr Ortszeit losfliegen und um 22 Uhr 30 in Frankfurt ankommen (auch Ortszeit). Ich hoffe mal, dass ich das ganze Zeitverschiebungsdurcheinander hinkriege. Zu allem Überfluss wird ja die Uhr heute Nacht umgestellt, aber wird schon. Muss nur aufpassen, auf welche Uhr ich schaue. Die Armbanduhr konnte ich nämlich nicht umstellen, weil sie keine Krone hat und ich den Stellmagneten zuhause gelassen habe. Aber das Handy zeigt mir ja immer die richtige Zeit an, also alles kein Problem.

Gerate gerade ins Schwafeln … jetzt übersetze ich aber noch ein bisschen weiter und danach lasse ich es mir gutgehen. Vielleicht sollte ich heute ausnahmsweise zu einem Sundowner in Form eines kleinen Gin Tonics greifen. Ich war hier bislang alkoholmäßig sehr zurückhaltend: Nix Hochprozentiges außer dem Brandy nach dem Lobster-Dinner und abends nur ein Glas Wein zum Essen, aber alleine trinken hat auch was Erbärmliches.

Sonntag, 26. Oktober, 14 Uhr 05 Mein Abend war ruhig und erholsam. Habe nach dem Abendessen noch ein paar Worte mit dem Chef der Autovermietung gewechselt. Ein Mensch hat mit mir geredet. Zuerst glaubte ich in grenzenloser Selbstüberschätzung, dass das ein Flirtversuch werden sollte. Tatsächlich wollte er mit mir die politische Situation in Europa allgemein und in Griechenland im Besonderen diskutieren. Er sprach aber so schlecht Englisch, dass er mir kaum folgen konnte (ich ihm auch nicht). Deshalb habe ich das Ganze nach 20 Minuten abgebrochen und mich vor den TV verzogen. Heute Morgen ist mir aufgefallen, dass ich in den letzten acht Tagen kein Wort Deutsch gesprochen habe.

Entspannt bin ich jetzt jedenfalls, aber das hat auch Nachteile. Wenn ich ordentlich kaputt bin, schlafe ich immer tief und traumlos. Seit drei Tagen träume ich jede Nacht wirres Zeug. Heute Nacht muss es besonders schlimm gewesen sein. Bin mit viel Salz im Gesicht aufgewacht, kann mich aber nur bruchstückhaft an die Träume erinnern – ist vielleicht besser so.

Heute geht es also wieder zurück. Habe heute Vormittag noch die letzten beiden Sonnenstunden eingefangen und sitze jetzt regengeschützt an der Poolbar mit einem Frappé. Der Koffer ist noch nicht gepackt, aber dafür ist ja gleich noch Zeit. Habe mein Zimmer bis 17 Uhr verlängert und mache mich gegen halb sechs auf den Weg zum Flugplatz (Flughafen wäre wirklich ein zu großes Wort dafür). Das mit den Orts-, Sommer- und Winterzeiten habe ich auch im Griff.

Das war er also quasi, mein erster „Alleinurlaub“ – meine schlimmsten Einsamkeitskummerbefürchtungen haben sich nicht bestätigt. Ich bin in keinen tiefen Frust verfallen, habe mir aber dennoch oft gewünscht, nicht so allein zu sein. Ohne moderne Kommunikationstechnik hätte das möglicherweise anders ausgesehen.

Keinen einzigen Kompromiss eingehen zu müssen, hat durchaus Vorteile, macht aber nicht glücklich. In Zukunft muss ein zweiter Mensch her, oder auch eine Gruppe. Für dieses Mal war es aber ok. Ich war viel mit mir selbst und meinem wirren (Gefühls-)leben beschäftigt, bin aber in Sachen „ich“ oder „wir“ zu keinen neuen Erkenntnissen gelangt. Das lasse ich jetzt mal einfach auf mich zukommen. Vielleicht ist das ja die Erkenntnis.

Gelernt habe ich, dass ich viel besser Urlaub organisieren kann, als ich geglaubt habe. In den „Wir-Kurzurlauben“, die eigentlich immer Städtetrips waren, hat Ralf fast alles geplant und ich dachte, das sei auch besser so. Aber das ist Quatsch…. In unseren Urlauben haben mir auch oft die Ruhephasen gefehlt, der Tag am Pool oder am Strand, und ich wollte immer mal einen faulen Urlaub ausprobieren. Jetzt hätte ich einen haben können, aber das reine Faulsein ist mir schon nach einem Tag langweilig geworden. Vielleicht wäre das zu zweit anders gewesen. Meer und Sonne habe ich aber wirklich genossen. In Zukunft wird es für mich öfter Urlaube im Süden geben. Das weiß ich jetzt auch.

Hier scheint es sich jetzt einzuregnen und es wird ziemlich kühl. Gar nicht so schlecht, dann gewöhne ich mich schon mal langsam an das Wetter, das mich zuhause erwartet. Ich verziehe mich mal auf meine Luxusbude zum Koffer packen.

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